Käthe-Zingg-Schwichtenberg-Fonds

Seit 2006 unterstützt die SAMW mit Mitteln aus dem Käthe-Zingg-Schwichtenberg-Fonds Forschungsprojekte auf dem Gebiet der bio-medizinischen Ethik, namentlich der klinischen Ethik und Public-Health-Ethik. Die Ausschreibung erfolgt jährlich und ist entweder thematisch offen gestaltet und primär auf Nachwuchsforschende ausgerichtet oder inhaltlich auf ein vorgegebenes Thema fokussiert.

Ausschreibung 2021: Zugang zu medizinischen und pflegerischen Leistungen bei Ressourcenknappheit

Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie hat die SAMW im Jahr 2020 Erläuterungen zu den medizin-ethischen Richtlinien «Intensivmedizinische Massnahmen» (2013) veröffentlicht: «Triage von intensivmedizinischen Behandlungen bei Ressourcenknappheit». Diese formulieren Hilfestellungen für die Entscheidfindung, wenn die vorhandenen Ressourcen nicht für alle Patientinnen und Patienten ausreichen, bei denen eine Intensivtherapie indiziert ist. Beide Dokumente (Richtlinien und Erläuterungen) sind im Menü Publikationen verfügbar.

 

Mit der Ausschreibung 2021 aus dem KZS-Fonds erweitert die SAMW den Blickwinkel: Die Covid-19-Pandemie zeigt deutlich, dass Fragen der Verteilungsgerechtigkeit weitere Bereiche der Gesundheitsversorgung im stationären und ambulanten Bereich schon vor der Aufnahme auf die Intensivstation treffen. Datengrundlagen und eine vertiefte medizin-ethische Diskussion fehlen jedoch bislang weitgehend.

 

Mittel und Rahmen

Für die KZS-Ausschreibung 2021 steht insgesamt ein Betrag von CHF 250'000.– zur Verfügung. Es sollen empirische oder theoretische Forschungsvorhaben gefördert werden, die das Thema «Zugang zu medizinischen und pflegerischen Leistungen bei Ressourcenknappheit» aus klinisch-ethischer und/oder Public-Health-ethischer Perspektive untersuchen.

 

Unterstützt werden theoretische oder empirische Forschungsprojekte, die aus klinisch-ethischer und/oder Public-Health-ethischer Perspektive untersuchen, inwiefern die Erfahrungen der Pandemie die Wahrnehmung und Beurteilung von Gerechtigkeits- und Verteilungs-Debatten bei Ressourcenknappheit verändern. Projekte müssen einen Bezug zur Schweiz haben und erst in Planung stehen; es werden keine laufenden Projekte finanziert.

 

Die Zentrale Ethikkommission (ZEK) der SAMW wird die geförderten Projekte begleiten und in Absprache mit den Projektverantwortlichen zu ausgewählten Zwischenschritten inhaltliche Rückmeldungen formulieren. Die Ergebnisse fliessen in die Diskussion und Evaluation der Covid-19-Pandemie aus medizin-ethischer Sicht ein und sollen das Vorgehen in künftigen Krisensituationen unterstützen. Zu den Resultaten wird die ZEK gegebenenfalls Empfehlungen für Umsetzungsschritte in die Praxis veröffentlichen.

 

Verwendung der Beiträge

Die Höhe der Zusprachen ist variabel, d. h. Gesuchseingaben können für die volle zur Verfügung stehende Summe (CHF 250'000.–) gemacht werden, aber auch deutlich bescheidener sein. Entscheidend für die Beurteilung ist, wie Projektziele, Planung und Budget zusammenspielen. Die Projektbeiträge werden in der Regel für max. 2 Jahre zugesprochen, eine längere Dauer muss im Gesuch begründet werden. Die zugesprochenen Mittel können direkt in das Projekt fliessen und/oder die Lohnkosten für den/die Hauptgesuchsteller/-in decken.

 

Evaluation

Gesuche, die den formalen Vorgaben entsprechen, werden von der KZS-Kommission der SAMW gemäss den im KZS-Reglement festgesetzten Kriterien und den Angaben der Ausschreibung 2021 evaluiert. Die Kommission entscheidet, ob ein oder mehrere Forschungsprojekt(e) unterstützt werden. Entscheide werden bis zum 30. November 2021 kommuniziert.

 

Gesuchseingabe

Gesuche können auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sein und müssen online registriert werden. Details zum Format und zur Gesuchseingabe finden Sie auf der Registrierungs-Seite.

 

Eingabetermin: 31. August 2021

Frühester Beitragsbeginn: 1. Januar 2022

 

KONTAKT

Dr. Myriam Tapernoux
Ressortleitung